Berlin ist die Hauptstadt der Analphabeten - Der Senat schaut tatenlos zu!
Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklärt zum Weltbildungstag am 8. September:
Jeder 15. Berliner ist Analphabet. Das weiß Bildungssenator Zöllner spätestens seit der Vorstellung des Gutachtens "Herausforderungen Analphabetismus in Berlin" 2008. Zu viele Jugendliche, insbesondere mit Migrationshintergrund, verlassen die Schule ohne die nötige Lese- und Schreibkompetenz. Sie gehören zur Risikogruppe der Analphabeten und sind eklatant unterversorgt. Denn vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Analphabetismus in der Kita und in der Schule sind in Berlin kaum vorhanden. Für rund 164 000 Betroffene stehen jährlich nur 1500 Lernplätze bereit.
Bündnis 90/Die Grünen fordern Rot-Rot auf, das Tabuthema Analphabetismus endlich ernst zu nehmen. ErzieherInnen und Lehrkräfte müssen methodisch und didaktisch auf diese Aufgabe vorbereitet werden. Auch dafür muss die Lehrerausbildung auf den Prüfstand gestellt werden.
Ein wichtiger Bestandteil der Prävention ist die Familienalphabetisierung. Für viele Menschen beginnt der Weg zum funktionalen Analphabetismus mit Bildungsarmut und mangelnder Schriftsprachkompetenz der Eltern.
Die nachholende Alphabetisierung muss in Berlin verbessert werden. Dafür muss der Senat eine Arbeitsgruppe zusammen mit den ExpertInnen der Alphabetisierungsarbeiteinrichten. Sie müssen die empirischen Befunde für Berlin aktualisieren und Strukturen zur Alphabetisierungsarbeit aufbauen. Lese- und Schreibkompetenz sind die zentralen Voraussetzungen für Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe. Der Senat muss hier endlich handeln!
(c) Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus - Berlin




