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Viele halbe Schritte machen noch keinen ganzen Schritt!

Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, sagt zur Schulanfangs-Pressekonferenz des Bildungssenators Zöllner:

In seiner Pressenkonferenz zum Schuljahr 2010-2011 zählt Senator Zöllner auf, welche "Neuerungen" das neue Schuljahr bringt. Dabei wiederholt er vieles, was bereits bekannt ist. Zum jüngsten Bildungsmonitoring der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hingegen schweigt er. Demnach befindet sich Berlin auf dem letzten Platz im Bildungsvergleich der Länder. Besonders betroffen sind die Bereiche Integration und Berufliche Bildung. Der Zusammenhang zwischen Bildung und sozialer Herkunft ist in Berlin nach wie vor am größten und die Zahl der verfügbaren betrieblichen Ausbildungsplätze sind im Vergleich zur Bevölkerung am niedrigsten.

Bezeichnend für die Berliner Situation ist der folgende Satz aus der Presseeklärung des Bildungssenators: "Die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung geht davon aus, eine im Durchschnitt 100%ige Unterrichtsversorgung auch im Schuljahr 2010/2011 zu sichern."

Damit steht fest, dass zahlreiche Schulen in Berlin auch zu Beginn dieses Schuljahres mit weniger als 100 Prozent der Ausstattung an Lehrkräften beginnen werden müssen. Damit ist der Unterrichtsausfall im neuen Schuljahr vorprogrammiert. Leidtragende sind wieder die Schülerinnen und Schüler. Besonders dramatisch wird sich die Unterversorgung auf die flexible Schuleingangsphase sowie auf das jahrgangsübergreifende Lernen auswirken: Ohne qualifiziertes Personal und eine zuverlässige Personalplanung wird diese Reform scheitern.

Der Senat muss endlich tätig werden. Ohne ausreichende Personalausstattung in den Schulen, insbesondere den Mangelfächern, wird es zu Qualitätseinbußen kommen und keinen wirksamen Schutz vor Unterrichtsausfall geben. Die vorhandenen Lehrkräfte müssen zielgerichtet eingesetzt werden. Gleichzeitig müssen Neueinstellungen insbesondere in den Mangelfächern geprüft werden, um einen qualitativen Unterricht zu gewährleisten.

Eine Strukturreform alleine reicht nicht aus: Rot-Rot muss neben einer guten Personalausstattung auch dafür sorgen, dass alle Schultypen die materielle und räumliche Ausstattung erhalten, um alle Schülerinnen und Schüler individuell und bestmöglich zu fördern. Die gezielte und konsequente Fort- und Weiterbildung des Lehr- und ErzieherInnenpersonals, die Reform der LehrerInnenausbildung und die Stärkung der frühkindlichen Bildung – insbesondere in den Grundschulen – ist für den Erfolg der Reformen unabdingbar!

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