Die Schule beginnt, aber Lehrer fehlen
23.08.2010: Berliner Zeitung
Kritik der Gewerkschaft
Martin Klesmann Kurz vor Schuljahresbeginn melden mehrere Schulen einen eklatanten Lehrermangel. An der Friedensburg-Sekundarschule in Charlottenburg sind laut Schulleiter Paul Schuknecht derzeit sechs Lehrerstellen unbesetzt. An der Rixdorfer Grundschule in Neukölln fehlen in den ersten Klassen vier Lehrer, sagt Schulleiterin Anke Peters.
Statt der vom Senat versprochenen 100-prozentigen Lehrerausstattung sind es derzeit nur 92 Prozent. Die Folge: Ausgerechnet an einer Neuköllner Brennpunkt-Schule müssten Integrations- und Sprachförderstunden eingespart werden, um den Regelunterricht zu sichern.
Nun gibt es zu jedem Schuljahresbeginn Klagen über Lehrermangel, doch dieses Schuljahr scheinen Klagen gerechtfertigt zu sein. So ist unmittelbar vor den Sommerferien völlig überraschend das verbliebene Budget für Vertretungslehrer eingezogen worden, um dringend benötigte, reguläre Lehrerstellen finanzieren zu können.
Laut GEW-Landesvize Norbert Gundacker fehlen an den Schulen insgesamt 300 bis 400 Lehrer, besonders bei Naturwissenschaften und Mathe. Paul Schuknecht von der GEW-Schulleitervereinigung kritisiert die bürokratischen Abstimmungsprozesse mit der Schulaufsicht zur Ermittlung des Lehrerbedarfs. Es gebe zudem offenkundig auch Schulen mit überdurchschnittlicher Ausstattung. Grünen-Politiker Özcan Mutlu kritisierte den Lehrermangel in der Schulanfangsphase. FDP-Politikerin Mieke Senftleben möchte jeder Schule zehn Prozent der Personalmittel zur freien Verfügung geben. "Dann müsste man nicht immer auf die Schulverwaltung warten." (mak.)
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