Ja zu Deutschgebot - Nein zu Deutschpflicht von oben!
Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, sagt zur Forderung des FDP-Generalsekretärs Lindner nach einer Deutschpflicht auf Schulhöfen:
Sarrazin hat die Büchse der Pandora geöffnet. Nun kommen immer mehr selbst ernannte IntegrationsexpertInnen und stellen täglich neue absurde Forderungen. Erst Seehofer, dann Familienministerin Schröder und nun der Generalsekretär der FDP. Damit muss Schluss sein! Wir fordern eine sachliche Diskussion statt eine von Schuldzuweisungen geprägte und undifferenzierte Debatte um Integration.
Wer eine Deutschpflicht auf Schulhöfen fordert, ist fern jeder Realität und war anscheinend lange nicht auf einem Schulhof. Wie soll eine derartige Maßnahme durchgesetzt oder sanktioniert werden? Sollen wir eine Sprachpolizei auf Schulhöfe stellen? Wie lässt sich das Verbot von Fremdsprachen auf den Schulhöfen mit unserem Grundgesetz vereinbaren?
Einwanderungsgesellschaften sind selten frei von Konflikten. Niemand bestreitet, dass es Probleme gibt, im Gegenteil! Integration ist eben ein wechselseitiger Prozess. Für die bestehenden Probleme brauchen wir Lösungen.
Schulen sind Orte, in denen die Weichen für eine gelungene Integration gestellt werden. Sie brauchen eine verstärkte finanzielle und personelle Unterstützung, um dieser wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe gerecht zu werden. Es muss dringend mehr gut qualifiziertes Personal eingestellt werden, darunter auch ErzieherInnen, PsychologInnen, SozialarbeiterInnen – auch mehrsprachiges Personal! Die Sprachförderung ist unbedingt zu verstärken, Ganztagsangebote sind auszubauen, gleichzeitig müssen die Klassenstärken sinken. Wir brauchen eine Qualitätsoffensive, vor allem für Schulen in sozial benachteiligten Gebieten.
Auch die Eltern haben Verantwortung. Sie haben die Pflicht ihre Kinder, die Kitas und die Schulen tatkräftig zu unterstützen, anstatt den Schulen die Erziehungsprobleme ihrer Kinder zu überlassen.




