Inklusion: Senat baut wieder mal nur auf das Prinzip Hoffnung
Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, sagt zur Inklusion in Schulen:
Lange haben wir gewartet, doch nun endlich hat auch Senator Zöllner sich des wichtigen Themas der Inklusion angenommen. Seit der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Jahr 2009 ist er auch dazu verpflichtet. Allerdings lässt das Gesamtkonzept des Senats „Inklusive Schule“ zu wünschen übrig.
Natürlich begrüßen wir, dass ein Konzept zur gemeinsamen Förderung von behinderten und nicht-behinderten Kindern endlich vom Senat vorgelegt wird, schließlich haben wir dies mit unserem Antrag "Inklusive Schule jetzt – UN-Konvention über die Rechte von Behinderten umsetzen!" (Drucksache 16/2422, siehe Anhang) gefordert. Wie aber der Systemwechsel von Förderschulen hin zu inklusiven Schulen, vor allem in der Übergangsphase, finanziell ausgestattet werden soll, steht in den Sternen.
Senator Zöllner ist der Meinung, dass der Weg zum gemeinsamen Lernen keine Mehrkosten verursacht. Diese Hoffnung führt in die Leere, weil mehr SchülerInnen förderungsbedürftig sind als die Senatsverwaltung annimmt und weil die dringend notwendige Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften nicht zum Nulltarif zu haben sein wird.
Wir fordern den Senat auf, dafür Sorge zu tragen, dass die Kinder die Förderung, die Ihnen zusteht, auch tatsächlich erhalten. Wenn die Regelschulen ausgebaut werden sollen und parallel die Förderschulen abgebaut werden, muss dieses konzeptionell und finanziell abgesichert und nachhaltig sein. Hierbei dürfen die Schulen und Kinder nicht alleine gelassen werden. Die richtige personelle und materielle Ausstattung muss zur Verfügung stehen, um diese Herausforderungen zu meistern. Dazu gehört auch eine bessere Zusammenarbeit der Abteilungen Jugend und Schule in der Senatsverwaltung.




