Stagnation ist kein Erfolg - Sprachstandfeststellung zeigt weiter große Sprachdefizite!
Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklärt:
Die jüngste Sprachstandfeststellung hat wiederholt einen großen Sprachförderbedarf bei Kindern im Einschulungsalter festgestellt: 24,1 Prozent der untersuchten Kinder benötigen eine intensive Sprachförderung. Bei Kindern mit nichtdeutscher Herkunftssprache beträgt dieser Anteil sogar 67,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es kaum eine Verbesserung, bei Kindern nichtdeutscher Herkunft ist sogar ein Anstieg von 2 Prozent zu verzeichnen. Kinder, die eine vorschulische Einrichtung besuchen, schneiden zwar besser ab, allerdings ist ein Förderbedarf bei Kita-Kindern von etwa 23,1 Prozent keineswegs hinnehmbar.
Die Ergebnisse der Sprachstandmessung zeigen einen enormen Sprachförderbedarf. Herr Zöllner als zuständiger Senator muss erkennen, dass Stagnation kein Erfolg ist. DeutschPlus ist kein Diagnoseinstrument und liefert keine Hinweise zum Förderbedarf der getesteten Kinder. Daher ist es Zeit, die Methodik von DeutschPlus als Schwellentest zu hinterfragen!
Es ist nach wie vor nicht akzeptabel, dass Kinder, die bereits eine vorschulische Einrichtung besuchen, von der gezielten - wenn auch unzureichenden- Sprachförderung ausgenommen werden. Es reicht auch nicht aus festzustellen, dass 96 Prozent der Kinder eines Jahrgangs eine Kita besuchen. Was Not tut, ist eine konsequente Qualitätsverbesserung in den Kitas, die materiell und personell unterfüttert werden muss. Dazu muss die Qualifizierung der Erzieherinnen und Erzieher für die Sprachförderung weiter intensiviert und ausgebaut werden. Wir brauchen noch größere Anstrengungen als bisher, um der Sprachunfähigkeit der Kinder zu begegnen. Das gilt für die Kitas genauso wie für die Grundschulen. Das kostenlose Kitajahr vor Schuleintritt ist ein wichtiger Schritt, der aber nichts nützen wird, wenn die Qualität der Kitas nicht nachhaltig verbessert wird. Weiterhin brauchen wir gezielte Unterstützungssysteme für Eltern, wir kommen nicht umhin, die Elternbildung zu verstärken.
(c) Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus - Berlin




