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Lernen jenseits des formalen Unterrichts - kulturelle Projekte für alle Schulen

09.01.2007: Dr. 16/0165

Der Senat wird beauftragt sicherzustellen, dass an allen Schulen regelmäßige Projektarbeit in Form von kulturellen Angeboten durchgeführt wird.

In der Regel sollen pro Schuljahr in jeder Schule 2-3 Projekte in Kooperation mit Partnern von außen angeboten werden. Die inhaltliche Ausgestaltung soll am Bedarf der Schulen orientiert flexibel zwischen Schule und außerschulischem Träger verabredet werden. Ein Schwerpunkt soll dabei auf der kulturellen Jugendbildung liegen. Die Projekte sollen insbesondere dazu dienen, das Selbstwertgefühl der Schülerinnen und Schüler zu erhöhen und ein gemeinsames Lernen ohne den Druck zu ermöglichen.

Um den Kontakt zwischen Schulen und potentiellen Kooperationspartnern zu erleichtern sowie einen möglichst breiten Erfahrungsaustausch zu ermöglichen, soll eine berlinweite Informationsplattform aufgebaut werden. Die Plattform listet Kontaktdaten potentieller Kooperationspartner auf, beschreibt bestehende Kooperationen und veröffentlicht diese, dient der Sammlung von Informationen über laufende und abgeschlossene Projekte, soll Impulse bei der Entwicklung neuer Initiativen setzen und ermöglicht es damit den Nutzenden, von den Erfahrungen anderer zu profitieren.

Begründung

Eine Schule, die ihre Aufgabe nicht mehr in der reinen Wissensvermittlung sondern in der individuellen Förderung und Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung ihrer Schüler sieht, muss ihnen Lernangebote machen, die sie als ganze Persönlichkeiten ansprechen und herausfordern. Seit langem ist in diesem Zusammenhang die Bedeutung der außerunterrichtlichen Projektarbeit für das Schulklima und die Leistungsbereitschaft von Schülerinnen und Schülern bekannt.

Der Film "Rythm is it" hat die Thematik einer breiten Öffentlichkeit bewusst gemacht. Das Projekt "Rütli tanzt" hat gezeigt, dass solche Projekte auch als kurzfristige Krisenintervention geeignet sind. Notwendig sind aber nicht nur einzelne Großprojekte, sondern die kontinuierliche Einbeziehung entsprechender Angebote z.B. der Gelben Villa, dem Deutschen Theater, dem Naturkunde Museum und vielen mehr in das schulische Leben.

Die enge Kooperation von Schulen mit freien Trägern der Jugendarbeit, des Sports, der Kultur oder in gesellschaftspolitischen Fragen muss aber auch finanziell abgesichert werden. Dafür benötigt jede Schule einen entsprechenden Etat, über den sie nach eigenen Schwerpunktsetzungen entscheiden darf. Damit Schulen von den Erfahrungen anderer Schulen profitieren können und der Aufbau von Kooperationsbeziehungen zu außerschulischen Partnern nicht dem Zufall überlassen bleibt bietet sich die Bereitstellung einer Informationsplattform an, in die auch bisher bereits bestehende Informationsangebote, wie das Sonderheft Jugendkulturinfo "Besondere Lernorte in und um Berlin" vom Jugendkulturservice, integriert werden können.

Berlin, 9. Januar 2007 Eichstädt-Bohlig Ratzmann Herrmann Mutlu und die übrigen Mitglieder der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Der Antrag kann anchfolgend heruntergeladen werden.

Zugehörige Dateien:
d16-0165.pdfDownload (27 kb)
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