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Auch wenn er bittere Wahrheiten enthält - der Bericht des UN- Sonderberichterstatters Muñoz muss ernst genommen werden!

Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklärt:

UN-Sonderberichterstatter Vernor Muñoz hat einen unverstellten Blick auf unser Bildungswesen gewagt. Seine Erkenntnisse decken sich vollständig mit zahlreichen internationalen Studien und müssen ernst genommen werden. Statt eine Verbesserung des Berichtes zu fordern und den UN-Sonderbeauftragten zu beschuldigen, sollten die Länder Bildungsminister -und senatoren, den Bericht Ernst nehmen und nachhaltige Lösungen für die anhaltende Bildungsmisere suchen. Die Uhr steht fünf vor zwölf.

Der in Deutschland katastrophal enge Zusammenhang von Bildungserfolg und sozialer Herkunft wirft für die UN berechtigterweise die Frage nach der Verwirklichung des Rechts auf Bildung in Deutschland auf. Insbesondere Kinder von MigrantInnen haben es schwer in der deutschen Schule. Sie sind mit den Kindern aus sozialschwachen Elternhäusern, die Bildungsverlierer unseres mehrgliedrigen Schulsystems. Wir begrüßen die Initiative der UN und verbinden damit die Hoffnung, dass die Politik endlich die notwendigen Konsequenzen aus dem Bericht des UN-Sonderberichtserstatters zieht.

Die Bildungsreform kann nur gelingen, wenn endlich ein Schulsystem geschaffen wird, in dem alle Begabungsreserven jedes einzelnen Kindes ausgeschöpft werden. Es ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, ALLEN Kindern dieselben Bildungschancen zu gewähren, damit sie ihre jeweiligen Potenziale entfalten können.

Um in Berlin die Chancen von Kindern aus sozial schwachen Familien und mit Migrationshintergrund nachhaltig zu verbessern, müssen die Schulen in sozial schwachen Gebieten besonders gefördert werden. Dazu zählt die gezielte Förderung von Schulen in Problemquartieren, Ausbau von Ganztagsangeboten, Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe, eine Bildungsoffensive für Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache, die Reduzierung der Klassenfrequenzen und die Abschaffung von Selektionsmechanismen, wie z.B. das Sitzenbleiben.

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