Lassen Sie die Kirche im Dorf, Herr Huber!
17.10.2001: Der Aufruf der beiden großen Kirchen nur die Parteien zu wählen, die für ein Wahlpflichtfach Religion Ethik/Philosophie eintreten, empfinden wir als eine massive Einmischung. Es ist die alleinige Entscheidung eines jeden einzelnen, für welche Partei sie/er sich am Wahltag entscheidet. Die Bischöfe sollten sich in dieser Hinsicht nicht in das Geschehen einmischen und damit Ihren Einfluss missbrauchen.
In einer zunehmend multikulturellen und multireligiösen Bevölkerung gibt es in Berlin einen wachsenden Bedarf an Informationen über Weltdeutungssysteme, Weltanschauungen und Religionen. Vor diesen Hintergrund befürworten wir die Einrichtung eines eigenständigen, religiös und weltanschaulich neutralen Schulfaches, in dem sich Schülerinnen und Schüler mit Werte- und Sinnfragen auseinandersetzen können und ein breites Grundwissen über Religionen und Weltanschauungen vermittelt bekommen. Ein solches Schulfach dient dem gegenseitigen Verständnis von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher kultureller und religiöser Zugehörigkeit und kann helfen, eigene und fremde Weltdeutungen des Lebens wahrzunehmen und sich mit Begründungszusammenhängen menschlichen Handelns auseinander zusetzen. Voraussetzung für den pädagogischen Erfolg ist dabei, dass die Schülerinnen und Schüler miteinander und voneinander lernen und nicht getrennt nach Konfessionen unterrichtet werden. Der interreligiöse Dialog und Austausch ist für uns, insbesondere nach den schrecklichen Terroranschlägen am 11. September in den USA von großer Bedeutung.




