SPD muss Blockade gegen Werteunterricht aufgeben
Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklärt:
Die Debatte über Werteerziehung und Religionsunterricht ist in Berlin erneut entfacht. SPD und PDS ist es weder in ihren Koalitionsverhandlungen gelungen, sich auf ein Modell zu verständigen, noch hat die Verabschiedung des Schulgesetzes eine Einigung gebracht. Die SPD muss endlich ihre Blockade gegen ein Fach LER aufgeben.
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen befürwortet seit langem die Einrichtung eines eigenständigen, bekenntnisfreien Wertefaches. Hier sollen sich die SchülerInnen mit Werte- und Sinnfragen auseinandersetzen können und ein breites Grundwissen über Religionen und Weltanschauungen vermittelt bekommen. Zum Lehrstoff gehört aber auch die Vermittlung und Verdeutlichung von Grundwerten unserer Gesellschaft wie die Gleichberechtigung der Geschlechter und das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Damit die SchülerInnen miteinander und voneinander lernen können, sollen sie nicht nach Konfessionen getrennt unterrichtet werden. So wird das gegenseitige Verständnis von SchülerInnen mit unterschiedlichem kulturellen und religiösen Hintergrund gefördert.
Das friedliche Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft ergibt sich nicht von alleine. Es bedarf der aktiven Erziehung zu gegenseitigem Respekt und zur Anerkennung von Unterschiedlichkeit. Nicht zuletzt angesichts einer zunehmend multikulturellen Bevölkerung gibt es in Berlin einen wachsenden Bedarf an Informationen über Werte, Weltdeutungssysteme, Weltanschauungen und Religionen.




