Eltern stellen Senat Zeugnis aus: "Ungenügend"
Die Abiturienten haben ihre Zeugnisse schon - Berlins Bildungssenator Klaus Böger (SPD) bekam sein Zeugnis gestern. Allerdings dürfte er wenig Freude daran haben, denn er - und mit ihm der gesamte Berliner Senat und die Verwaltung - bekommen darin gleich 14 Mal "ungenügend".
Unter anderem hagelt es Sechsen für die Planung und Organisation der Bildungsreform, die Lehrerausstattung der Schulen, die Förderung von Integrationskindern und die Einbeziehung von Eltern und Lehrern in die Reformen.
"Im Berliner Schulgesetz steht, daß Bildungschancen und Unterrichtsqualität verbessert werden sollen. Aber der Senat macht genau das Gegenteil", ärgert sich Sabine Rahe, die das Zeugnis gemeinsam mit anderen Eltern von Friedrichshain-Kreuzberger Grundschulen erstellt hat.
Viele Schulen hätten zu wenige Lehrkräfte. Pädagogische Reformen und Konzepte drohten an Lehrermangel zu scheitern. Mit ihrem Versuch, das Zeugnis gestern am Rande der Parlamentssitzung persönlich an Klaus Böger zu übergeben, scheiterten die Eltern allerdings. Das "Giftblatt" wurde ihm dann vom grünen Abgeordneten Özcan Mutlu übergeben. Auch Finanzsenator Thilo Sarrazin lehnte dankend ab: Er lasse sich nur ein gutes Zeugnis ausstellen, ließ der Haushaltschef Berlins die Eltern wissen.
chb




