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Schulreform: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint

Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklärt:

Die richtigen Reformen an der Berliner Schule werden durch die katastrophale Umsetzung des Senats gefährdet und durch mangelnde finanzielle Unterfütterung erschwert. Die Reformen sind nur auf dem Papier gut - in der Realität sind sie lediglich gut gemeint. Die chaotische und hektische Umsetzung gefährdet die Reformziele!

Bis zu Ferienbeginn war die Senatsverwaltung nicht einmal in der Lage, allen Schulen zu sagen, welche LehrerInnen ihnen für die Planung des Reformschuljahres zur Verfügung stehen. Die Unfähigkeit der Senatsverwaltung, eine auch nur halbwegs seriöse Lehrerbedarfsplanung zu erstellen, hat zu hektischen Einstellung in den Ferien und ohne Beteiligung der Schulleitungen geführt - eine Missachtung der schulischen Mitspracherechte.

In zahlreichen Schulen sind die für die Hortbetreuung notwendigen Umbaumaßnahmen noch nicht fertiggestellt. Viele Schulen haben bis heute keinen Bescheid darüber, wie viele Kinder sie nun eigentlich betreuen werden. Bis heute ist auch nicht klar, inwieweit der versprochene Personalschlüssel von einer Erzieherin auf 22 Kinder im Ganztagsbetrieb tatsächlich für alle Betreuungsmodule vorhanden ist. Für die Schuleingangsphase gibt es kein zusätzliches Personal, obwohl ab diesem Schuljahr mehr und jüngere Kinder eingeschult werden und mehr Kinder mit Lern- und Entwicklungsstörungen sowie Migrantenkinder mit keinen oder nur geringen Deutschkenntnissen unter den Schulanfängern sein werden.

Wenn bei Schulbeginn dennoch alles irgendwie funktionieren wird, dann wegen des Engagements und Improvisationsvermögens von LehrerInnen und Schulleitungen, Freien Trägern und Eltern geschuldet. Der Senat gefährdet mit seiner chaotischen und überhasteten Umsetzung den Erfolg der Schulreform. Wir fordern eine professionelle Umsetzung der Reformen: eine klare und realistische Zeitplanung für die einzelnen Reformschritte, die verlässliche und rechtzeitige Information und Einbeziehung aller Beteiligten und die Absicherung der notwendigen materiellen und personellen Rahmenbedingungen. Die Schulen dürfen nicht allein gelassen werden!

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