Zeit fürs Mittagsgebet: Moslems bejubeln Urteil
12.03.2008: Frankfurter Rundschau
VON VERA GASEROW
Die Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts, muslimischen Schülern auf Wunsch die Möglichkeit zum Mittagsgebet zu geben, stieß am Mittwoch nur bei den Grünen auf Kritik. Muslimische Verbände begrüßten dagegen das erstinstanzliche Urteil der Berliner Richter. "Wenn das Urteil Bestand hat, wäre das ein gewaltiger Rückschritt für die Integration", warnte der Bildungsexperte der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus Özcan Mutlu.
Das Berliner Verwaltungsgericht hatte erstmals einem Antrag eines muslimischen Schülers auf Gebetsmöglichkeiten stattgegeben. Seine Schule, das Diesterweg Gymnasium im Bezirk Wedding, wurde verpflichtet, dem Jungen in den Pausen, die Möglichkeit zum Gebet zu geben. Der Gymnasiast hatte gefordert, fünfmal am Tag beten zu dürfen. Das hatte die Schule abgelehnt. Das Verwaltungsgericht entschied, zur Freiheit der Religionsausübung gehöre auch die Freiheit, den Glauben durch Beten zu bekunden. Der Sorge, andere Schüler würden durch das Beten beeinträchtigt oder irritiert, könne die Schule "durch organisatorische Vorkehrungen" für ungestörtes Beten "in einem für andere nicht zugänglichen Bereich des Schulgeländes" begegnen, heißt es in dem Urteil. Damit legt das Gericht indirekt die Schaffung von Gebetsräumen nahe.
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Künftig Fach Islamische Religion
Die Islamkonferenz will die Einführung islamischen Religionsunterrichts als Schulfach in deutscher Sprache an öffentlichen Schulen empfehlen. Vor der dritten Sitzung des Gremiums einigten sich die Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen sowie der 3,3 Millionen in Deutschland lebenden Muslime laut dpa im Grundsatz auf das Vorhaben.




