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Ja zur interkulturellen Bildung – Ja zu Integration!

Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, sagt zur interkulturellen Bildung an Berliner Schulen:

Einwanderungsgesellschaften sind selten frei von Konflikten. Niemand bestreitet, dass es Probleme gibt, im Gegenteil – es gibt viele! Integration ist eben ein wechselseitiger Prozess und kein fortwährendes Straßenfest. Für die bestehenden Probleme brauchen wir Lösungen. Herr Sarrazin bietet keine Lösungsvorschläge, er spaltet die Gesellschaft mit seinen Hasstiraden und vergiftet das Klima des Zusammenlebens. So wird Integration unmöglich. Mit seinen jüngsten Äußerungen zur Genetik und dem Nutzwert von bestimmen Ethnien für Deutschland bedient er niedere Instinkte und betritt rassistisches Terrain. Als ehemaliger Berliner Finanzsenator, der acht Jahre die Finanzgeschicke dieser Stadt geleitet hat und für viele Streichungen und Kürzungen vor allem in den Bereichen Jugend, und Bildung und Integration verantwortlich ist, sollte er seinen Tonfall mäßigen.

Damit die jetzige Generation von SchülerInnen und die morgigen Erwachsenen sich von Scheinwahrheiten à la Sarrazin nicht beeindrucken lassen, brauchen wir mehr interkulturelle Bildung und Erziehung in unseren Kitas und Schulen. Das gemeinsame Aufwachsen mit Menschen unterschiedlicher Herkunft, das frühzeitige Erlernen anderer Sprachen, das Wissen um interkulturelle Sitten und Gebräuche verschafft Respekt und Achtung unter Menschen verschiedener Kulturen. Interkulturelle Erziehung lässt Grenzen in den Köpfen erst gar nicht entstehen. Ganz im Gegenteil - sie schafft Begegnungen, baut Ängste ab und fördert den Dialog.

Aus diesem Grund muss die an einigen Berliner Kitas und Grundschulen praktizierte interkulturelle Erziehung aus ihrem Nischendasein heraus und in allen Kitas und Schulen der Hauptstadt zur dauerhaften Einrichtung werden. Das bedeutet auch, dass sich die Realität der Einwanderungsgesellschaft im Curriculum, im Unterricht und in den Schulbüchern wiederfinden muss. ErzieherInnen und LehrerInnen müssen für den interkulturellen Unterricht aus- und fortgebildet werden. Es gilt, den Bildungsauftrag "Demokratie" zu verwirklichen.

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