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Terror von Istanbul verurteilt

Terror von Istanbul verurteilt

Moslems, Juden und Christen gedenken der Opfer der Anschläge

Angehörige verschiedener Konfessionen sowie Politiker aus Amerika, Großbritannien, Israel und der Türkei haben in Berlin der Terroropfer von Istanbul gedacht.

BERLIN · 21. November · ind · "Die Dschihad-Terroristen rücken nach Europa vor", warnte Stephan Kramer, Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland, während einer ökumenischen Gedenkzeremonie in der Großen Synagoge. "Spätestens jetzt muss klar sein, dass es heute jeden überall treffen kann - auch hier in Deutschland."

Der türkische Botschaftsrat in Deutschland, Muhsin Kilicasian, warnte davor, Islam mit Terror gleichzusetzen. Bei den beiden Anschlägen der letzten Tage, so Kilicasian, seien nicht nur Briten und Menschen jüdischen Glaubens, sondern auch zahlreiche Moslems getötet worden. Urheber der Gewalt sei eine vergleichsweise kleine Gruppe Radikaler, die nur vermeintlich religiöse Ziele verfolge. Wer das in Abrede stelle, verhalte sich "respektlos gegenüber dem Islam". Mehrere Redner, darunter die Bundesausländerbeauftragte Marieluise Beck und die Direktorin des American Jewish Committee in Berlin, Deidre Berger, sprachen sich dafür aus, im Angesicht des Terrors den interreligiösen Dialog zu verstärken. "Lasst uns lieber reden, als vorzuverurteilen", riet der grüne Bundestagsabgeordnete Özcan Mutlu.

Dagegen zeigten sich Diplomaten aus den USA und Großbritannien sowie der Gesandte des israelischen Botschafters in Deutschland, Mordechai Lewy, kompromisslos. Dieser "Zivilisationskrieg", so Lewy, lasse sich mit "politischer Korrektheit" nicht gewinnen. Es gelte, dem "radikalen Islam" entgegenzutreten. Sein Fazit: "Terror muss bekämpft, er darf nicht zerredet werden."

Am Abend fand in Berlin eine Kundgebung gegen Antisemitismus statt. Adressat dieser Demonstration sei auch Deutschland, erklärte der Veranstalter, die Migrantische Initiative gegen Antisemitismus. Auch hier artikuliere sich Judenhass wieder: "Walser, Hohmann, Karsli und Möllemann sind nur Ausdruck einer Stimmung, die sich in allen gesellschaftlichen Schichten findet."

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