Flughafen Tempelhof; Stimmen Sie mit NEIN!
Liebe Freundinnen und Freunde,
am 27. April 2008 sind die Bürgerinnen und Bürger in Berlin aufgerufen, im Volksentscheid über den Flugbetrieb im Flughafen Tempelhof abzustimmen.
Bündnis 90/Die GRÜNEN haben sich immer für mehr direkte Demokratie eingesetzt. Ich bitte Sie auf diesem Wege, sich am Volksentscheid zu beteiligen und bei der Abstimmung mit NEIN zu stimmen.
Die Schließung des Flughafens Tempelhof wurde von der Bundesregierung, den Landesregierungen in Berlin und Brandenburg und dem Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen. Seit 2007 wird dieser Schließungsbeschluss von der ICAT (Initiative-City-Airport-Tempelhof) in Frage gestellt. Sie hat das Volksbegehren initiiert, in dem über 200.000 Bürgerinnen und Bürger sich für einen Volksentscheid ausgesprochen haben.
Dennoch meine ich, dass gute Gründe für die Schließung und neue Nutzung des Flughafens Tempelhof sprechen:
- das riesige Gelände (mehr als 400 Fußballfelder groß) im Herzen der Stadt kann als Grünfläche, Wohnort und Erholungsraum sowie als Standort für innovative Unternehmen sinnvoll genutzt werden
- der Fluglärm, die Gefahr durch Flugzeuge in der Stadt und die Umweltverschmutzung gefährden die Bewohner des Bezirkes
- die neue Nutzung des Tempelhofer Feldes erhöht die Lebensqualität in Berlin
- falls wirklich der Flughafen in Tempelhof bleiben sollte, müsste eine neue Genehmigung beantragt werden, die er aus Lärmschutzgründen und vor allem aus Sicherheitsgründen an diesem Standort nicht mehr bekommen würde
- bleibt der Flughafen Tempelhof offen, ist die Zukunft des neuen Flughafen BBI in Schönefeld und damit 40.000 Arbeitsplätze gefährdet.
Auch die CDU hat dies in der Vergangenheit richtig erkannt und hat in mehreren Beschlüssen, nämlich in 1994, 1996, 1998 und 1999 beschlossen, den Flughafenbetrieb in Tempelhof zu beenden und den Flughafen zu schließen.
Nun wollen CDU und FDP den Flughafen in Tempelhof für Geschäftsflieger und VIPs erhalten. Damit würde der Flughafen weiter Lärm und Dreck produzieren, ein riesiges Verlustgeschäft bleiben und die Berliner Bevölkerung könnte dieses Gelände nicht als Naherholungsgebiet nutzen.
Der Flughafen Tempelhof hat zweifelsohne eine bewegende und wichtige Geschichte. Er wurde 1923 als erster Verkehrsflughafen weltweit errichtet und hat zur Zeit der Blockade Berlins mit dazu beigetragen, dass Hunderttausende Berlinerinnen und Berliner überleben konnten. Dieser bedeutsamen Geschichte muss gedacht werden und dazu sollen die Gebäude - die zum großen Teil unter Denkmalschutz stehen - erhalten bleiben.
Ein Informationszentrum für Luftfahrt und ein Museum können als Orte der Erinnerung dienen. Aber: das Andenken braucht keine Starts und keine Landungen, die zu Lasten unserer Gesundheit und Umwelt gehen.
In keiner Großstadt würden heute noch Flughäfen im Stadtzentrum gebaut werden. Auch der immer wieder zitierte Flughafen London City Airport liegt vom Londoner Zentrum so weit entfernt wie z.B. die Entfernung vom Brandenburger Tor zum BBI in Schönefeld.
Am 27. April geht es um zukunftsfähige oder rückwärts gewandte Politik für Berlin.
Ich bitte Sie als Ihr direkt gewählter Abgeordneter: Stimmen Sie für Berlin!
Stimmen Sie mit NEIN!
Für Rückfragen und weitere Informationen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.




