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Digitale Bildung: Chancen bleiben weiterhin ungenutzt!

Özcan Mutlu, Sprecher für Bildungspolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen erklärt zur PISA-Studie Digitale Bildung:

Die neuesten Ergebnisse PISA-Untersuchung zur digitalen Bildung belegen die Untätigkeit der Bundesregierung in diesem wichtigen bildungspolitischen Thema. In Deutschland setzen Schülerinnen und Schüler viel seltener am Computer im Unterricht, Gleichaltrige in vielen anderen Ländern haben mehr digitale Kompetenz.

Die digitale Gesellschaft ist heute technische und soziale Realität und stellt eine große Herausforderung für die Bildungspolitik ihrer Akteure dar. Medienkompetenz ist eine Schlüsselkompetenz. Sie muss von früher Kindheit an und lebenslang gefördert werden. Hier kommt dem Lehrpersonal eine besondere Bedeutung zu. Die Große Koalition muss dringend die nötigen Rahmenbedingungen schaffen, damit Lehrkräfte besser vorbereitet sind und den Schülerinnen und Schülern einen effizienteren Zugang zu digitaler Bildung ermöglichen können.

Ein weiteres Problem ist die digitale Spaltung der Gesellschaft; die digitale Schere besteht weiterhin. In Deutschland nutzen SchülerInnen aus Familien der höheren Einkommensstufen das Internet mehr zur Informationsbeschaffung als sozial benachteiligte Jugendliche. Diese Chancenungerechtigkeit darf nicht länger hingenommen werden.

Das Ausrufen einer Digitalen Agenda reicht nicht aus, wenn Bildungsreformen nicht konsequent umgesetzt werden. Taten sind gefragt! Investitionen in die digitale Bildung und die Fort- und Ausbildung des pädagogischen Personals ist dringend von Nöten. Hier erwarten wir ein Umsteuern von der Bundesregierung. Es ist ein Trauerspiel, dass Schulen und PädagogInnen alleine gelassen werden und somit die Chancen der Digitalisierung für eine bessere Bildung ungenutzt bleiben. Wirtschaft 4.0 gibt es nur mit Bildung 4.0.

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