Konsequenzen aus der Grundschulvergleichsstudie ziehen!

Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklärt zur aktuellen Schulvergleichsstudie:

Berlin belegt erneut bei einer Schulvergleichsstudie die letzten Ränge. Der Anteil der leseschwachen SchülerInnen ist dabei besorgniserregend hoch. Die Studie bestätigt abermals, dass der Bildungserfolg in Berlin, wie in der gesamten Republik, weiterhin stark von der sozialen Herkunft abhängig ist. Das ist elf Jahre nach der ersten PISA-Studie ein Skandal.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert den rot-schwarzen Senat auf, die Ergebnisse der Studie ernst zu nehmen und die Kitas und Grundschulen personell und materiell so auszustatten, dass mehr Qualität in den Bildungseinrichtungen erreicht wird.

Dazu ist ein Maßnahmenbündel nötig. Es muss als gesamtstaatliche Aufgabe gelten, allen Kindern dieselben Bildungschancen zu gewähren, damit sie ihre Potenziale entfalten können. Schulen in sozial benachteiligten Gebieten oder mit hohen Migrantenanteil müssen gezielter und stärker gefördert werden. Die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe sowie eine Bildungs- und Sprachoffensive für Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache bedürfen verstärkter Förderung und Sicherung.

Eine konsequente und gezielte Fort- und Weiterbildung der ErzieherInnen und der LehrerInnen ist unerlässlich. Auch die Ausbildung der ErzieherInnen und LehrerInnen muss auf den Prüfstand: mehr pädagogische und fachdidaktische Ausbildungsanteile und mehr Praxisbezug – statt einer einseitigen Fixierung auf die Fachwissenschaften. Die Verbesserung förderdiagnostischer Kompetenzen der LehrInnen gehört ebenso dazu, wie eine Stärkung der Elternarbeit und der Elternbildung.

Das Fazit aus der jüngsten Studie lautet: Es gibt noch viel für den rot-schwarzen Senat zu tun. Ein „weiter so“ darf es nicht geben.

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